Hitzeschutz im Wohnbau

Hitzeschutz im Wohnbau
26.06.2020

Der Klimawandel führt zu neuen Herausforderungen bei der Planung von Gebäuden. Erfahren Sie hier mehr über Sonnenschutz und Präventionsmaßnahmen gegen Überwärmung im Wohnbau.

Es wird immer wärmer

Laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) war 2019 das drittwärmste Jahr in der Messgeschichte von Österreich. Wärmer waren nur die Jahre 2018 und 2014, seit Beginn der Aufzeichnungen vor 252 Jahren. Der prognostizierte Klimawandel lässt sich nicht mehr leugnen und die eindeutig heißer werdenden Sommer konnten wir besonders in den letzten Jahren spürbar wahrnehmen.

Die Hitze belastet uns Menschen nicht nur am Tag, wo wir uns durch die heißen Temperaturen träge, schlapp und müde fühlen. Auch in der Nacht bringt sie uns um den Schlaf. Es ist bewiesen, dass untypisch warme Nachttemperaturen bereits für einen schlechteren Schlaf sorgen. Und dies wirkt sich wiederum auf die Leistungsfähigkeit am Tag aus. Besonders Kleinkinder und ältere Menschen leiden körperlich unter den schweißtreibenden Temperaturen.

Mehr denn je wird es wichtiger, auch im Wohnbau auf die Sommertauglichkeit des Gebäudes zu achten.
 

Ganzheitliche Energieeffizienz im Wohnbau

Ziel der Klima- und Energiepolitik ist es, den Energieverbrauch zu senken. Dabei sollte uns bewusst werden, dass das Energiesparen bereits beim Bauen beginnt.

Um im Winter möglichst wenig Wärme zu verlieren und die Heizkosten zu senken, wird bei der Bauweise speziell auf Wärmedämmung und dichte Gebäudehüllen geachtet. 
Im Sommer hingegen verzichten viele auf den Sonnenschutz und greifen auf Klimaanlagen oder Ventilatoren zurück. Sehr schade, wenn man bedenkt, dass Klimaanlagen durch ihren hohen Energieverbrauch sehr kostenintensiv sind und auch noch zum Aufheizen der Außenluft beitragen. Dadurch ist keine ganzheitliche Energieeffizienz und auch ein Widerspruch gegeben: im Winter versucht man beim Heizen Energie zu sparen, im Sommer schnellt der Energieverbrauch durch Kühlen in die Höhe.

Fun Fact: Einen Raum um 1 Grad zu kühlen oder um 3 Grad zu erwärmen, kostet in etwa gleich viel Energie.

Außerdem stören Ventilatoren oft durch lästige Surr-Geräusche und viele Menschen reagieren empfindlich auf die Zugluft oder bekommen eine Erkältung durch den Einsatz von Klimaanlagen. Auch Lösungen wie Innenjalousien, Innenrollos oder Plissees halten die Hitze nicht wirksam fern, da die Sonnenstrahlen die Fensterscheibe passieren können und die Wärme dadurch in den Raum gelangt.

Das daraus resultierende Ergebnis ist, dass außenliegende Sonnenschutzanlagen wie Rollläden, Jalousien, Raffstoren, Senkrecht-Markisen wie textile Screens die energieeffizientesten Sonnenschutz-Lösungen sind.

Cool durch den Sommer – mit passivem Sonnenschutz

Ein Blick auf die Bauweise in unseren südlichen Nachbarländern zeigt, dass passives kühlen im Sommer immer schon von Bedeutung war um ein behagliches Wohnen zu ermöglichen. Dort schützt man sich untertags vor allem durch geschlossene Fensterläden mit Lichtschlitzen.

Außenliegender Sonnenschutz sorgt dafür, dass Räume um bis zu 10 Grad kühler gehalten werden können, als Räume mit unbeschatteten Fenstern. Temporäres Beschatten der Fenster am Tag und passives Kühlen durch Nachtlüftung sind notwendige Maßnahmen für den Hitzeschutz in den warmen Monaten.

Jalousien bzw. Raffstoren haben hier den großen Vorteil, dass die Lamellen individuell eingestellt werden können und mehr Tageslicht in den Raum kommt als bei geschlossenen Fensterläden. Außerdem setzen Sie moderne Akzente bei der Fassadengestaltung und schützen vor unerwünschten Einblicken.

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